Sandelholz - was kann uns die Geschichte lehren?

Wir haben die letzten Tage des Jahres und die ersten des neuen Jahres dazu genutzt, uns auch ein bisschen weiterzubilden. Und genau da ist uns eine Reportage auf dem TV-Sender Servus-TV zum Thema "Die Welt der Düfte - Sandelholz" zufällig passiert. Nicht nur, dass es interessant ist, welchen Stellenwert Sandelholz im Export in den verschiedensten Produkten hat - ich habe etwas ganz anderes daraus mitgenommen.  Aber zuerst eine kleine Zusammenfassung des Naturprodukts Sandelholz: 

 

Sandelholz wächst zumeist in asiatischen oder indischen Gegenden. Dem Baum wurde lange Zeit keine besondere Bedeutung zugemessen. Das änderte sich jedoch schlagartig, als das Sandelholz für Möbel und Dekorationsartikel interessant wurde. Im 19. Jahrhundert wurden innerhalb von 30 Jahren 10.000 Tonnen pazifisches Sandelholz gegen zumeist australisches Werkzeug getauscht! Die Australier tauschten dann das Sandelholz gegen Tee aus Asien. Man hatte damals schon den Eindruck, dass es einen unerschöpflichen Vorrat an Pflanzen gäbe. 

 

Beginn des 20. Jhdts entdeckten internationale Parfumeuere, dass die ätherischen Öle des Sandelholzbaumes sich hervorragend für die Herstellung von exklusiven Parfums eignet. So wurde das Sandelholz zu einem sehr begehrten Gut. Sobald ein Land "abgeerntet" war wechselte man zum nächsten Land - in diesem Fall Indien. In Indien wurde der Wert des Sandelholzes schnell erkannt. Die indische Regierung beschloß, der Bevölkerung jedes Recht am Sandelholz zu entziehen. Auch wenn auf privaten Grundstücken Sandelholz wuchst durfte dies vom Besitzer noch nicht einmal angegriffen werden. Dies führte dazu, dass die Bevölkerung das Sandelholz nicht nur ignorierte sondern daraus auch ein großer Schwarzmarkt erwuchs. Das indische Sandelholz war schon bald Geschichte, denn auf den Schwarzmarkthandel wurde noch rigoroser seitens der Regierung reagiert.

 

Wo jedoch ein Nachteil - dort auch ein Vorteil. 

 

Das indische Malheur hatte zur Folge, dass große Insel- und Waldflächen mit Sandelholz  in Neukaledonien völlig ignoriert wurden. Und das ganze 100 Jahre lang. Die Natur hatte also genug Zeit, sich selbst wieder zu regenerieren. Und Gott sei Dank wurde aus der Geschichte gelernt. In Kaledonien ist man davon überzeugt, dass das Sandelholz ein wertvolles Gut ist, das nachhaltig auch für folgende Generationen wertschätzend behandelt werden muß. So werden für jeden abgeholzten Baum 10 kleine Sandelholz-Setzlinge im Wald eingepflanzt werden. Eine erfolgreiche Neupflanzung funktioniert jedoch nur nach jahrelangem Studium der Eigenheiten und Charakteristika des Sandelholzbaumes. Auch an einer neuen Destillationsmethode zum Erhalt der Wertschöpfung in der Region wurde gearbeitet. Diese funktioniert seit knapp 6 Jahren sehr erfolgreich. 

 

Was ich aus der Geschichte mitgenommen habe und mir wünsche, dass Viele darüber nachdenken: verantwortungsbewusster und nachhaltiger Umgang mit unseren Ressourcen ist wichtiger als wirtschaftlicher Profit und das ganz große Geld. Denn nur dann kann wirklich Großes entstehen! 

 

 

"Zu beschützen was als sein Erbe anzusehen ist."  DAS ist es, was wir lernen können! 

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